Gelassenheit lernen und neue Wege finden

Von schlaflosen Nächten und schweißtreibenden Tagen

Es war 2.32 Uhr – nachts wohlgemerkt – als mich die blanke Panik ergriff. Schon die 3. Nacht schlief ich völlig erschöpft ein – und wachte zwischen 2 und 3 Uhr auf. Mein Kopf sprang an – so  pünktlich wie mein Wecker. Nur eben 3-4 Stunden zu früh. Vielleicht kennen Sie das: Diese Momente in denen Sie etwas umtreibt, Sie plötzlich hellwach sind und sich von einer Seite des Bettes auf die andere wälzen. Und in denen an Schlaf nicht mehr zu denken ist.             

Hilfe! 

So war das bei mir des Öfteren im vergangenen Jahr. Ich war allein mit all der Arbeit, die wir sonst zu zweit oder gar zu dritt erledigten. Begonnen hatte alles im Jahr 2017, als uns zwei Mitarbeiterinnen zugunsten eines Großunternehmens verließen. Schon damals suchten wir lange nach dieser einen Stecknadel im Bewerberheuhaufen, die zu uns und unseren speziellen Aufgaben passen sollte!

Dann kam Dagmar. Als Tochter eines mittelständischen Schreinereibetriebes kannte sie unser Gewerk, erledigte viele Aufgaben so flink und zuverlässig und ohne, dass ich ihr viel erklären musste. Dagmar war wie ein Geschenk des Himmels für mich! Aus heiterem Himmel kam dann leider auch bald ihre frohe Botschaft: Nachwuchs! Die Freude war groß, doch schon bald kam sie zurück; die Angst vor dem Moment, ab dem ich unser Familienunternehmen hinter den Kulissen wieder maßgeblich allein würde managen müssen.

Hauptsache funktionstüchtig

Wie sollte ich das nur schaffen? Daran dachte ich in den Nächten und immer häufiger auch an den so aufgabenüberfüllten Tagen. Immer öfter standen mir kleine, glitzernde Schweißperlen auf der Stirn. Nur merken durfte es keiner. Weder intern noch extern – vor Ort oder am Telefon. Schließlich wollen unsere Kunden eine kompetente, souveräne Beratung. Geschichten über durchwachte Nächte fand ich unprofessionell und fehl am Platz. Ich wollte und musste funktionieren. Das war mein Credo, mein Antrieb.

DSGVO-Panik-Attacken

Händeringend suchte ich – neben all der vielen Arbeit – Unterstützung. Und als wäre das nicht schon genug, hing dann auch noch die DSGVO wie ein – von abmahnwütigen Rechtsanwälten geschärftes – Damoklesschwert über uns! Medienmeldungen und wilde Spekulation zur Nichteinhaltung der  Datenschutzregeln dominierten den Tag und blockierten mich zusätzlich. Jede weitere Meldung hinterließ bei mir kalte Schauer, Schweißausbrüche oder beides im Wechsel. Diese Wochen im wettermäßig so schönen Frühjahr 2018 sind mir in keiner guten Erinnerung.

Warum ich das hier schreibe? Weil ich eine Lanze dafür brechen will für die Unwägbarkeiten des Lebens. Es ist nicht immer alles nur toll. Das Glas ist nicht nur entweder halb leer oder halb voll. Manchmal kippt es auch einfach um! Jeder hat schon mal erlebt, wie sich das dann anfühlt!

Und natürlich hat mich diese Phase trotzdem weitergebracht: ich habe gelernt, mich von dem Anspruch zu verabschieden, immer perfekt sein zu müssen. Und ich habe erfahren, dass auch unsere Welt sich weiterdreht, wenn ich mal „Nein“ sage, weil etwas einfach nicht geht. Mein Fazit: Auch schlechte Phasen haben mal ein Ende und es geht immer weiter – bestenfalls mit etwas mehr Gelassenheit. So ließ sich die Zeit bis zur Rückkehr von Dagmar nach ihrer Elternzeit besser aushalten. Und entspannt durchschlafen kann ich seitdem auch wieder!

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