Warum wir tun, was wir tun

Auch schlechte Beispiele haben ihr Gutes.

Inspirationen und Impulse sind das halbe Leben, zumindest bei mir. Oft stelle ich mir die Frage: „Was mache ich gerade und warum tue ich das so und nicht anders.“ Und dann hält das Leben ja auch manchmal Herausforderungen bereit, die zum Nachdenken anregen.

So eine Herausforderung hatte ich im Jahr 2013. Mich plagten seit einigen Monaten immer wieder starke Rückenschmerzen. Mit der felsenfesten Meinung, dafür noch viel zu jung zu sein, war ich überzeugt, dass die Schmerzen „auch so“ vorbeigehen müssten. Als es dann gar nicht mehr auszuhalten war, ging ich doch zum Arzt – und mit einem Rezept für Massagen wieder nach Hause.

Meine Ansprüche bei der Suche nach einer Physio-Praxis waren hoch: möglichst zentral gelegen, mit Parkplätzen vor der Haustür und Termine, die mir bitteschön in den Kalender passen sollten! Mitten im Stadtzentrum wurde ich fündig. Doch schon mein erster Eindruck beim Betreten der Praxis war haarsträubend! Sofort dachte ich: ‚Wie kann eine Physiotherapie-Praxis nur so mies aussehen und fast schon verkommen wirken?‘ Alles präsentierte sich in tristem Grau, wo ich Türen erwartete hingen nur Vorhänge und der Herr an der Theke wollte mir keine Termine geben, sondern kritisierte lautstark  mein Rezept. Denn meine Ärztin hatte versehentlich ein Kreuzchen vergessen. Ein  Kreuzchen! Ich merkte wie innerlich die Wut in mir anstieg, dieser heruntergekommene Laden brauchte mich als Patientin nicht. Ich versprach mit korrigiertem Rezept wieder zu kommen – was ich überhaupt nicht vor hatte! Ich war froh hier nicht erwünscht zu sein!

Umwege erweitern den Horizont


Ich musste überlegen. Warum nicht eine ganz so zentrale Praxis wählen? Dort gab es ja sicher auch günstig gelegene Parkplätze! Wie wahr. Meine „zweite Wahl“ stellte sich als erstklassige Wahl heraus: Als ich die Räume betrat, empfing mich eine freundliche Atmosphäre mit beruhigenden, erdigen Wandfarben, angenehmen Raumklima und bequemen Wartestühlen sowie kleinen Snacks und Getränken für die wartenden Patienten. Vom ersten Augenblick fühlte ich mich wohl und willkommen. So stellte ich mir eine Praxis vor. Auch hatte die Mitarbeiterin am Empfang, die mir meine Termine passend zu meinem Kalender aussuchte, keinerlei Problem mit meinem Rezept, in dem immer noch ein Kreuzchen fehlte!

Detailliebe zahlt sich aus


Diese Erfahrung hat mich nicht nur froh, sondern auch klüger gemacht – und mich bestätigt in dem, was wir tun: Schon mit wenig Wandfarbe und etwas mehr Liebe zum Detail kann heute jeder Arzt oder Therapeut viel für (potentielle) Patienten und Kunden tun. Da hilft schon der einfache Grundsatz: Behandle jeden Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Hielte sich jeder daran, wäre unsere Welt etwas schöner.

Solche Erfahrungen bestätigen uns immer wieder darin, Praxiseinrichtungen nach den Bedürfnissen unserer Kunden und vor allem mit Blick aus Sicht der Patienten zu planen. Denn längst sind es nicht mehr nur die medizinische Fachkompetenz und eine ansprechende Optik, die den Erfolg einer Praxis ausmachen. Auch kleine Details und Annehmlichkeit, wie z. B. Getränke, kleine (süße) Snacks oder attraktive Zeitschriften zur Überbrückung der Wartezeit sind preiswerte und doch wichtige Erfolgsfaktoren in Sachen (Kunden-Patientenbindung). Und wenn das alles wirklich passt, wird auch eine  etwas längere Wartezeit zur angenehmen Auszeit.

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